Erfahrungsbericht FLI 8300 C - Farbversion

Erste Test mit der Oneshotcam FLI 8300C:

Hier meine Erfahrungen mit der Oneshotcam von Fingerlake mit dem KAF 8300 Chip

Die Kamera wurde sehr gut verpackt geliefert. Ebenfalls dabei der vorbildliche Prüfbericht. Kühlleistung, Ausleserauschen, Verstärkerrauschen, Biaswerte...... sind am Protokoll festgehalten.

Ebenso eine Anleitung zum download der Firmeneigenen Software "FLI Grab"

Nach dem donwload wurde die Kamera sofort erkannt und ließ sich ohne Probleme starten.

Ungewohnt war ein relativ lautes Verschlussgeräusch im Vergleich zur SBIG, dessen Verschluss über ein Rad lautlos läuft. Der FLI Shutter erinnert stark an eine DSLR, jedoch merklich lauter. Klick ......Klack.

So, wie sieht das Darkframe aus???

Hm - schwarz weiss?"!

Was soll das, es ist ja eine Farbkamera, oder.....

FLI kontaktiert - Rückmeldung kam schnell: Das Bild muss dann mit einer anderen Software in ein Farbbild konvertiert werden. Wie??? keine Ahnung.

Wolfgang Promper meldete sich dann telefonisch bei mir und half mir auf die Sprünge.

Danke nochmals.

CCD Stack kann das gut.

Das Darkfield bei minus 25°C und 10 Minuten sieht sehr gut aus. Ein ADU von 2000 ganz gleichmässig übers Feld. Sehr wenige hotpixel.

Da ich meine SBIG gerne mit CCD Soft steuern wollte, habe ich mir für Euro 99,- das Treiberupdate von software bisque gekauft.

In meinem Fall öffne ich CCD Soft 2x geöffnet. Einmal für die SBIG und dann ein 2.mal für die FLI.

Funktioniert immer gut.

Leider erhält man bei CCD Soft keine Rückmeldung, mit welcher Intensität die Kühlung arbeitet.

Die von FLI beigefügte Software FLI Grab funktioniert ebenfalls. Die Oberfläche ist jedoch auf das absolut Wichtigste beschränkt, aber Temperatur, Aufnahmezeiten, Pause und Bilder sowie speichern ist genauso möglich.

Ebenfalls sehr gut lässt sich maxim dl einsetzen. FLI bietet für dieses Programm eigene Treiber kostenlos an.

Update Ende September 2009: Erste Aufnahmen mit der FLI 8300C waren zwiespältig. Von der Funktion her ist die Kamera in Ordnung. Die Treibersoftware läuft auf CCD Soft, Maxim dl und der originalen Software von FLI ohne Probleme. Zum ultimativen Test, was die Quanteneffizienz betrifft, habe ich mir gleich eine harte Nuss - Sharpless 155 - ausgesucht.

Es gibt momentan 2 Probleme:

bei Belichtungen jenseits von 10 Minuten ergeben sich zwischen den beiden Aufnahmegeräten mechanische Verwindungen. Der größte Teil dieses Fehlers dürfte von den Rohrschellen des Newtontubus herkommen. Dort ist zwar der Guidingchip dran, der diesen Fehler wieder behebt, jedoch nimmt der kleine Refraktor diese Korrekturen ebenfalls mit und wiederspiegelt diese Korrekturen.

Wenn man mit 2 Optiken paralell fotografieren will, ist das eine große mechanische Anforderung an das System und erfordert in jeder Komponente 100% Stabilität im 1/100mm Bereich.

Um diesen Fehler in den Griff zu bekommen, habe ich mir bei Great Star.de sehr hochwertige Schellen für beide Fernrohre inkl. Verbindung zur Montierung anfertigen lassen. Ich hoffe, dass sich diese Investition lohnt. 'Ein Beitrag dazu ist im Zubehör zu finden.

Die Quanteneffizienz einer Oneshotkamera ist schon um einiges geringer (lt Hersteller um ca. 8% im Blauen, ca. 13% im Grünen und ca. 14% im Rotbereich) , als eine mit schwarz/weiss Chip. Laut Angabe ist das ja ersichtlich, nur muss ich gestehen, habe ich das ein wenig unterschätzt. Für etwas hellere Objekte mag sie durchaus ihre Berechtigung haben.

Da mir nebelige Objekte sehr ans Herz gewachsen sind, musste ich nun eingestehen, dass ich mit dieser Oneshotcam nicht wirklich glücklich werden würde. Ich habe mit dem Erzeuger und Wolfgang Promper Kontakt aufgenommen und einen (nicht kostenlosen -aber sehr fairen) Umtausch auf eine s/w Version vereinbart.

Anfang November wurde die neuen Kamera (natürlich mit Filterrad) geliefert.

Bemerkung: Achtung auf den Zoll. In meinem Fall ergab sich beim Wiederimport das Problem, dass der Zoll durch die neue Gehäusenummer wieder Zoll verlangte. Es musste dann eine Bestätigung vom Erzeuger gefaxt werden, dass in meinem Fall eine "Reperatur" nicht realistisch ist und deshalb eine neue Kamera geschickt wurde. Neu verzollt wurden dann "nur" das Filterrad und die Transportkosten.

Einen neuen Bericht zur monochromen FLI habe ich bereits zusammengestellt.