Sternwarte Hirschegg - nun Remote !!!

Remotezugriff

Immer mehr Astrofotografen denken daran, die Sternwarte über das Internet zu bedienen.


Es gbit meiner Meinung nach 2 Möglichkteiten.
Alles fertig kaufen und auch evt. installieren lassen
Alles selbst planen - konstruieren - bauen und auf diese Weise viel Geld sparen bzw. bei Problemchen alles selbst zu lösen.

Ein kurzer Bericht zum Umbau meiner Sternwarte auf Remotebetrieb
.....ich werde sicher weiterhin einige klare Nächte unter dem Sternenhimmel verbringen, aber es ist für mich unumstritten, dass es ein großer Komfort ist, die Sternwarte von zuhause aus zu bedienen.

Vorallem wenn es 2 oder 3 Nächte hintereinander klar sind aber der Job einen früh morgens aus dem Bett reißt.


Hier ein Video vom Öffnen des Daches

 

Nach der Erfahrung, die ich hier in Nerpio sammeln konnte, habe ich 2016 versucht meine Rolldachhütte so umzubauen, um sie von zuhause aus bedienen zu können.

Wichtig war mir jedoch, dass alles "sehr stabil" läuft, mit möglichst geringem Risikofaktor - ohne Panikattacken und Fehlschlägen.

Es gibt bereits vorgefertigte Lösungen - zb. jene von Scopedom.....

Auch an Steuerungen, die über Ascom mit im System eingebunden sind, gibt es am Markt von Lunatico und anderen Anbietern.

In meinem Fall, wurde alles selbst geplant > gebaut > eingebaut > und optimiert.

 

Der hier angeführte Bericht soll eine Übersicht und Anhaltspunkt bieten - gerne helfe ich bei Fragen weiter.

 

 

Die "Schaltzentrale" ist in einem Serverschrank untergebracht:

 

 

 


 

  • Energiesparendem PC - von "www. Mini PC.de" - ein Intel Celeron mit SSD Festplatte 8GB Ram......kommen gerade mal auf 15 Watt. - Der PC läuft über das Batteriesystem mit 12 Volt und ist im BIOS so konfigureriert, dass er beim Einschalten automatisch hochfährt. "Auto Power on"

Nachträglich hatte ich mit der Spannungsschwankung meiner Batterien (11,5 - 14 Volt) ein Problem - denn die Ladeschlussspannung meiner Solaranlage mit 14 Volt war für das Netzteil zu viel  - er erlaubte maximal 13.0 Volt - daher musst ich die Spannung mit einem KFZ Laptopnetzteil zuerst auf 17 Volt anheben und dann wieder auf stabilisierte 12 Volt reduzieren.
Vom Wirkungsgrad habe ich so bestimmt 20% Verlust, aber nun habe ich immer 12 Volt für den PC - läuft perfekt.

 

 


 

 

Um den Ladezustand der Batterien (mit IR auch in der Nacht) überwachen zu können, habe ich einen analogen Amperemeter und Voltmeter installiert.Diese Anzeige kann ich im Gegensatz zum LCD Display des Ladereglers mit der IP Cam auch nachts kontrollieren.

 

 


 

Anfang 2017 habe ich mir einen neuen Laderegler von Victron Energy gekauft.

Hier kann ich jemanden empfehlen, der am Solarmarkt ECHT TOP ist.

 

http://www.polz.at/

 

Er hat herausgefunden, dass meine Solarbatterien nie ganz aufgeladen werden und aus diesem Grund auch die Batterien nicht zu 100% geladen werden...

 

Der Victron Laderegler ladet die Batterien nun je nach Stromentnahme bis 14,7 Volt. Das verhindert auch eine Schichtung der Batteriesäure ....

https://www.victronenergy.de/solar-charge-controllers/mppt-100-30

 

 


 

  • Internetrouter mit Richtfunktantenne, sodass ich auch in der entlegenen Gegend auf eine möglichst stabile und schnelle Internetverbindung zurückgreifen kann. Das war eine große Herausforderung, denn ohne Richtfunk habe ich lediglich ein mittelmäßiges GPRS Signal empfangen können.

Hier konnte ich auf die Kompetenz von www.antennenshop.at zählen.

Es gibt auch viele Internetseiten, die sich mit diesem Thema beschäftigen.

Leider habe ich keine LTE Router, so muss ich mit langsameren Geschwindigkeiten legen - aber das reicht für die Arbeit mit TeamViewer leicht aus.

 

 


 

  • Die schaltbare Steckerleiste, die meine 220V Komponenten schaltet, habe ich von www.energenie.com - jedoch ist diese zum aktuellen Zeitpunkt noch mit kleinen Kinderkrankheiten für den Remotebetrieb behaftet - es gibt für Fehler bei der Netzwerkanmeldung einen Resetknopf, aber wer drückt den vor Ort ???
  • Update 2017 - Ich habe die NETZWERK Leiste gegen eine USB Leiste gewechselt - nun klappt das bislang fehlerfrei. :-)

 

 

 

 


  • Eine der Kernelemente ist das GSM Modul  - hier kann ich 4 Ausgänge per SMS schalten und 1 Ausgang mit Anruf     www.conrad.at

Ich habe folgende Lösung:

SMS 1 = PC + Router

SMS 2 = Kamera, Filterrad, Montierung, 5 V für aktiven USB Hub

SMS 3 = Spannungsversorgung 220 Volt - für den Antrieb vom Dach und notfalls Licht.

SMS 4 = aktuell nicht in Verwendung.

Incall =  IP Cam für 30 Minuten aktiv

 

  • Das GSM Modul hat einen geringen Stromverbrauch von nur 50mA - das ist für meine Solar Insellösung sehr wichtig. Dieses Modul braucht ähnlich wenig Strom, wie ein Handy.

 

 

 


 

  • Der Motor der das etwa 250 kg schwere Dach öffnet ist ein Gleichstrommotor der mit 48 Volt betrieben wird (maximale Spannung 160 Volt).

Der Motor hat ein stabiles 1:60 Getriebe und ist für beide Drehrichtungen geeignet.

Um den Motor langsam starten zu lassen, habe ich lange gesucht, bis ich das richtige gefunden habe.

Thermodynamische Widerstände - oder Heißleiter - machen genau das..... Hier habe ich dann 2 x 22 Ohm Widerstände verbaut - der Motor fährt nun ganz langsam los und die Belastung auf den Antrieb und Sternwarte ist minimal.

Der Fahrweg für die 3 Meter beträgt nun etwa 70 sec.

 

 


 

Am Ende öffnen Endschalter den Stromkreis.

Zur Sicherheit ist der Motor noch über ein Zeitrelais geleitet, das etwa 75 sec. Strom für den Motor liefert, sodass im Falle einer Fehlfunktion eines Endschalters nichts tragisches passiert.

Eine Strommessung hat gezeigt, dass beim Anfahren des Daches zwischen 1 und 1.2 Ampere benötigt werden. Also es ist noch genug Reserve beim Netzteil und Motor.

 

 


 

 

  • Um bei Bedarf alle Vorgänge live überwachen zu können, kommt eine Instar IP Cam mit IR Beleuchtung zum Einsatz. Diese kann mir die Position der Montierung zum Öffnen des Daches - die Position des Daches und des Antriebes - sowie den Ladezustand der Batterien und beim Laden den Ladestrom - zeigen.

 

 


 

Einen Großteil der Arbeitszeit verschlang die Abdeckung über die im Freien laufenden Rollschienen.

Sie mussten im offenen Zustand über einen großen Teil der Länge freitragend sein.

Des weiteren mußten sie im offenen mäßige Windstabilität haben und vorallem im geschlossenen Zustand absolut sturmfest sein - dazu wurden am Ende Hacken hergestellt, die in stabile Bleche am Holzträger einfahren.

 

Darüber ließen wir vom Spengler 4 Meter lange Aluprofile biegen, die so gebaut sind, dass möglicher Schnee möglichst abrutscht und dem Stahlprofil in jeder Hinsicht Stabilität bietet.

Diese Konstruktion funktioniert absolut stabil !!!

 

 


 

  • Um das Wetter zu checken, habe ich von Lunatico den AAG Cloudwatcher angeschafft. Obwohl die Sternwarte "nur" 50 km entfernt ist, gibt es im Herbst und Winter oft Nebellagen oder lokale Bewölkung, sodass man sehr gerne auf lokale Wetterdaten zurückgreift.

Die Beratung von Jaime Alemany ist top und die Produkte ebenfalls.

Bilder folgen.