Newton 368 f3,8

2011 war es soweit.....

ein Newton - Astrograph nach persönlichen Vorstellungen.

Er sollte

  • für die Astrophysics AP1200 noch mit Reserve zu bewältigen sein
  • den hohen Stabilitätsanforderungen für hochwertige CCD Aufnahmen gerecht sein
  • mechanisch perfekt sein (Spiegelzelle, Fangspiegeleinheit OAZ)
  • eine schnelle Optik aufweisen, damit auch tiefe Aufnahmen in einer Nacht realisierbar sind

Ich kann nach ein paar Nächten sagen, dass alle Anforderungen erfüllt wurden.

Der Tubusmittelteil ist in Form eines Stahlkastens gebaut und mit Finite Elemente optimiert.
Die Spannungen sind hier ersichtlich.

 

Diese Kastenkonstuktion ist extrem steif und stellt im Schwerpunkt die Verbindung zur Montierung her. Vom Mittelteil ausgehend führen Carbonrohre zum Oberteil und zur Spiegelzelle.

Diese Carbonrohre sind sehr leicht, haben einen unwesentlichen Temperaturausdehnungskoeffizent, und sind sehr steif. Die Spiegelzelle trägt den Allunaspiegel auf 9 Punkten. Der Hauptspiegel wird seitlich (lateral) von 4 Rollenschlitten gehalten, gibt aber dem Spiegel die notwendige Bewegungsmöglichkeiten.

Der OAZ wurde von Grund auf neu konstruiert und auf die Abmessungen des 3" ASA Korrektor abgestimmt.

Die Fokusieren geschieht mit dem QSC System.

 

Diese Software bietet alles, was notwendig ist. Ein Gleichstrommotor bewegt über ein Getriebe einen Gewindeschlitten. Eine Auflösung von ca. 3/1000mm ist möglich. Jede Bewegung ist über die mechanische Messuhr (1/100mm) ablesbar.

 

Die Optik wurde bei Alluna Optics gekauft. Die Beratung von Hr. Felber war sehr kompetent und freundlich.

Der Hauptspiegel ist aus Pyrex und hat einen Durchmesser von 368mm und hat einen Strehlwert von 0,989 und Lambda 1/10,1 (geordert wurde Lambda 1/8 - Danke Hr. Felber)

Der Fangspiegel mit 130mm wurde ebenfalls von Alluna Optics geordert und hat ebenfalls eine Genauigkeit von Lambda 1/10.

Des weiteren montierte ich über dem (blasenden) Hauptspiegelventilator einen großen Luftfilter, der die Luft von sämtlichen Staubpartikel reinigt und somit hoffentlich seltener zu reinigen ist.

Unter dem Fangspiegel wurde eine Fangspiegelheizung aufgeklebt, um Tauprobleme zu beseitigen. Die Heizung wird mittels Poteniometer zwischen 0 und 4 Watt betrieben und im Bedarfsfall über das QSC System eingeschaltet. Während der Belichtung führe ich mit einem hochwertigem Hygro / Thermometer Messungen durch und bestimme so die Taupunkttemperatur. Dazu muss ich jedoch erst auf eine feuchte Nacht warten, um genaueres zu berichten.

2015 habe ich mein bestes Fernrohr das ich hatte, mit dem restlichen Equipment in Nerpio verkauft.
Der neue Besitzer wird viel Freude mit dem excellenten Tubus und Optik haben.