Losmandy G11

Die Montierung ist die Basis des ganzen Equipments. Leichter gesagt, als getan.......

Natürlich ist alles mit (viel) Geld verbunden. Also was machen???

2 Fragen sind von Grund auf wesentlich für die Montierung:

a) Wieviel KG kommen auf die Montierung?
b) wie genau muss die Montierung sein? (Fotografie?????)

Zu Punkt a - wusste ich, dass ich bestimmt ein 10 - 11" Newton Teleskop verwenden möchte, allerdings unterschätzte ich das Gewicht des Zubehörs!!!
Leitrohr, Doppelbefestigungsschiene, Leitrohrschellen, Kameras. summieren sich schnell auf fast 10 kg!!!!!

Zu Punkt b - war die Eignung bei mir deutlich auf Fotografie ausgerichtet. Für rein visuelle Zwecke ist ein PE von einer Bogenminute (60 Bogensekunden) wahrscheinlich auch kaum zu erkennen, (ausser im Fadenkreuz) Und zusätzlich soll das ganze auch noch bei leichtem Wind ohne größere Wackler funktionieren.


Weiters stand für mich fest, dass ich lange mit der "zukünftigen" arbeiten will. Eine neue gute Montierung, die recht verlässlich funktioniert, kostet neu bald mal 5 k€

Da blieb dann nur noch der Gebrauchtmarkt.

Auf astronomie.de konnte ich dann eine gebrauchte Losmandy G11 finden. Sie war schon etwas älter, aber das macht ja nichts. Ausgestattet mit Polsucher, Schwerlaststativ, 2 Gegengewichten wechselte sie dann im Jahr 2006 den Besitzer.

Ich denke dass man sich für ernsthafte Astronomische Absichten auf jeden Fall eine langfristige Lösung anschaffen sollte. Da hilft das  beste Teleskop.... nichts, wenn die Basis nicht hält.

Zusätzlich ist die Losmandy G11 gerade noch "sinnvoll" transportabel. Das schwerste ist der Koffer mit dem Achsenkreuz, welches um die 16 kg hat.

jetzt befindet sich die Montierung fix aufgestellt in meiner Sternwarte, aber bis Mitte 2008 wurde sie bei jedem Einsatz im Auto transportiert.

In diesem Fall sind dann ausser des Achsenkreuzes  und des Stativkopfes noch die 3 Stativbeine, aber im Grunde ist die Montierung in meinem Fall in

  • ca. 10 Minuten aufgestellt
  • ca. 15 Minuten für die Montage der Teleskope und justieren der Gewichte
  • ca. 5 Minuten einnorden.
  • Einscheinern, falls nötig ca. 60 Minuten

Summe: ca. 1,5 Stunde

Die Aufstellzeit für visuelle Beobachtung  ca. 20 Minuten.

Viel Arbeit bereitet mir dann noch das ganze "rundherum" wie Notebook, Stromversorgung und überhaupt das Fokusieren.

Als ich die G11 kaufte, suchte ich im www nach Tuningseiten, zerlegte die Montierung und putzte alle beweglichen und auch starren Teile.

Die Lagerung wurde mit einem guten Hochleistungsfett aus dem Modellbau für RC Cars gefettet. Dieses Fett kühlte ich in der Tiefkühltruhe auf -20 Grad C ab und stellte fest, dass keine merkbare Veränderung in der Viskosität gegeben war. Gut.


Schneckenfehler mit orig. Schnecke (Alnitak mit 0,5,fach Dek)

Block mit Lagerung G11

Rek.Schnecke + Schneckenrad der G11

Originale Getriebe mit altem Fett

Das heikelste Thema stellt wohl die passende Einstellung der Schnecken zum Schneckenrad dar. Ich denke, man muss mit Gefühl und Hausverstand an die Sache herangehen und dann findet man bestimmt bald die richtige Einstellung, um weder zuviel Luft zu haben oder umgekehrt, durch zuviel Druck schwergängige Stellen beim Durchdrehen  an der Schnecke spürt.

Weiters wäre es ideal, das Übergewicht im Osten am fertig "belasteten" Gerät anhand der Leichtgängikeit der Schnecke einzustellen. Man glaubt kaum, wie sich das auswirkt, wenn man ein 5kg Gewicht 1 cm an der Gegengewichtstange verschiebt. Also Mororen mit Getriebe runter und die Kupplung an der Schnecke mit den Fingern bewegen.

Bei fixer Aufstellung in der Sternwarte bleibt die Position ungeändert. Ansonsten merken, wie weit ein 5kg Gegengewicht nach dem "Schwerpunkt" rausgeschoben werden muss. (Bei mir ca. 10mm)

Viele andere Teile der Montierung erklären sich von selbst, wenn man sie anschaut.

Folgende Änderungen musste meine Monti dann noch ertragen:

Rektaszension: Präzissionsschnecke

Einwiegen des Stativs (waagrechte Ausrichtung): Einbau von 12 mm Gewindestücken

Siehe Tipps

Zwischenzeitlich habe ich auch die Steuerung getauscht. Ich hatte Glück und konnte eine neuwertige FS2 von Michael Koch auf Astronomie.de erwerben. Am Bild ist sie auch zu erkennen. Nun war es endlich vorbei, lange dunkle Objekte nach "gut Glück" zu finden. An einem bekannten helleren synchronisiere ich die Steuerung und fahre dann per Goto zum Objekt.

Aus kostengründen habe ich die originalen "Hurst" Motoren in der Montierung belassen. Die Gotogeschwindigkeit ist mit 32fach begrenzt. Mehr vertragen diese Motoren nicht.

Man muss in meinem Falle der Montierung ca. 1-2Minuten Zeit geben, um beim Objekt zu sein, aber es taucht dann immer im Zentrum des Bildfeldes auf. toll.

In wie weit die "billigen" Motoren vor allem mit dem Getriebe an Präzission verlieren, wage ich nicht zu sagen. Die wesentlich besseren Escapemotoren mit Getriebe wären wahrscheinlich etwas besser!?!?!

Da die Montierung jetzt gut eingescheinert in der Sternwarte steht, läßt sich (auch beim Scheinern) der periodische Schneckenfehler gut auslesen.

Zu diesem Zweck (zum Scheinern) habe ich mir das Programm "WCS" (Webcam scheinern) gekauft.

http://wcs.ruthner.at/

Der periodischen Schneckenfahler läßt sich mit dieser Software ebenfalls sehr gut überprüfen. In meinem Fall beläuft er sich auf ca. +/- 8"  - kommt aber ohne "Ecken" - für den Autoguider leicht zu korrigieren.

Ich habe die Montierung im April 2009 verkauft. Ich wünsche Günther viel Spass und Erfolg mit der G11.